Biographie

Ellen Obiér

„Schaffen Sie es, mich nicht ganz so ernst zu nehmen?“

 

Ellen Obiér – die Star-Parodistin des deutschen Gala-Geschäfts. In diesem Jahr ist die Sängerin mit ihrer einzigartigen Musik-Show seit 10 Jahren auf Erfolgskurs – Zeit für eine Bestandsaufnahme

Nur mit wenigen Accessoires schlüpft Ellen Obiér vor den Augen Ihres Publikums in die Rollen der Stars des nationalen und inter-nationalen Showbusiness. Perfekte Choreographien und überragende, stimmliche Lei-stungen sind ihr Handwerks-zeug. Gewürzt mit einer ge-hörigen Portion Humor singt sie dann die bekannten Titel der imitierten Musik-Größen. Wer sie schon einmal live erlebt hat, weiß warum ihr begeistertes Publikum sie nie ohne Zugaben von der Bühne lässt.

Vorgesang…

 

Doch die Parodie-Show ist nur ein Teil ihrer Karriere in der Musikbranche. Ihre ersten Gehversuche hat die gebürtige Fränkin schon sehr früh hinter sich gebracht: „Wer singt in der Schule schon gerne vor? Ich schon! Dann kam der gemischte Chor, die Folkloregruppe und nicht zuletzt die Tanzband“, so die Wahl-Hamburgerin. Eine Rockband war ihr dann schließlich auf Dauer doch zu laut und ihre Tante schickte sie zu einem Jazz Früh-schoppen. „Ich wusste nicht was das ist, aber ich ging hin und sang“. Ad hoc bildete sich die eigene Jazz-Band und parallel dazu begann sie mit der klassischen Gesangs-ausbildung bei der Sopra-nistin H. C. Selig in Frankfurt.

Eigene Songs wurden kom-poniert und getextet und sie flog nach Berlin zur Funk-ausstellung, auf der Jochen Pützenbacher von Radio Luxemburg schwärmte: „Mensch Mädel, du kannst ja sogar richtig singen“. Ihre geographischen Kenntnisse, durch Umzüge nach Han-nover, Bremen und später Hamburg waren schnell er-weitert. Kontakte wurden geknüpft, es kamen erste Fernsehauftritte bei Radio Bremen und beim NDR.

…Nachgesang…

 

1991 - bereits kurz vor Ham-burg wohnend - brachte sie das Schicksal mit dem Kol-legen und Arrangeur Bernd Müller zusammen, der für sie eine Gesangsshow schreiben sollte. Bei den Probeaufnah-men wurde klar, dass sie die Stimmen der ursprünglichen Interpreten perfekt imitieren konnte. „Das habe ich eigent-lich nur zum Spaß gemacht, um die Studioatmosphäre ein wenig zu lockern, doch Bernd riet mir zur Parodie“. Das Programm wurde kurzerhand umgestellt und die Parodie-Show war geboren. Es wur-

den nationale und interna-tionale Stars ausgewählt, Perücken ausgesucht, Accessoires kreiert. Nach einem Jahr Produktionszeit war es soweit; 1992 hatte sie Ihr Debüt mit der neuen Show. Am Anfang waren u. a. die Monroe, Nana Mous-kouri, Zarah Leander, Nicki, Nena, Cher, Milva, Whitney Housten, Tina Turner mit im Programm.
„Im Laufe der Zeit habe ich immer wieder neue Stars in die Show aufgenommen und mir die entsprechenden Noten und Playbacks produ-zieren lassen. So eine Show ist nie fertig, man muss sie ständig dem Zeitgeschmack anpassen und sich auch selbst immer wieder in Frage stellen“, meint die Künstlerin.

 

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...Lobgesang…

 

Das Publikum und die Presse sehen allerdings keinen Grund ihre Bühnenleistung in Frage zu stellen; Ellen Obiér kann durch ihr professio-nelles arbeiten, ihre Stimm-kraft, ihren Charme und ihr Charisma überzeugen. So Schrieb die FAZ im August letzten Jahres: „Der unbe-strittene Höhepunkt des Abends wird dem Publikum aber in der Person von Ellen Obier aus Glinde zuteil, die von Marylin Monroe bis Maria Hellwig, Nana Mouskouri und Tina Turner mit Hilfe von Per-rücken, Schauspielkunst und ausgebildeter Singstimme einen Star nach dem ander-ren „Wirklichkeit“ werden lässt. Die Künstlerin hat das Publikum mit jeder Nummer mehr im Griff, ist atemberau-bend und führt die Doppel-gängerei zugleich ad absur-dum: Um einen berühmten Star auf der Bühne präsent zu machen, ist äußere Ähn-lichkeit eigentlich wesentlich weniger wichtig als ein gut ausgeprägtes Talent zur Imi-tation“. Auch das KM wurde auf ihr Talent aufmerksam und ehrte Ellen Obiér mit dem „Goldenen Künstler-magazin“ zur „Künstlerin des Jahres 2000“. 2001 folgte dann der 11. Fachmedien-preis zur „Entertainerin des Jahres 2001“ und kürzlich erhielt sie den 1. „Stars & Legends Award“.

 

…Abgesang?

 

Drei Preise in drei Jahren be-weisen, dass sie keine Eintagsfliege ist, sondern noch einen steilen Weg vor sich hat. Fünf CDs hat sie in-zwischen produziert. Weitere sind geplant. Ihre Referenz-liste liest sich von A wie Automarke (Jaguar, Volks-wagen, Daimler-Benz, Opel) über H wie Hotels (Maritim, Hyatt, Parkhotel, Steigen-berger) bis hin zu S wie Sommerfest des Bundesprä-sidenten in Berlin. 19.000 Fans der Blue Devils täuschte Sie im Hamburger Volksparkstadion als Tina Turner und heizte 5000 Be-suchern der Münchner Olym-piahalle ein. In Programmen war Sie mit Roberto Blanco, Bernd Stelter, Isabell Varell, Guido Canz, Tina York, Jörg Knörr und weiteren. Und Hans-Peter Wodarz wollte sie zu seinem „Pomp, Duck and Circumstance“ nach Süd-Frankreich abwerben. „Nein, ans Aufhören denke ich noch lange nicht“, ver-lautet die sympathische Künstlerin, „Da gibt es noch einiges was ich vorhabe, mehr verrate ich aber nicht. Solange ich mein Publikum noch zum lachen und mit-singen bringen kann, mache ich mit meiner Show auf je-den Fall weiter“. Wir, liebe Ellen, freuen uns über dich und deinen Erfolg und wünschen dir weiterhin alles Gute.                          (drh)